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#005 - Warum es kein Schicksal gibt

geschrieben am 17.12.2015
Ich habe eigentlich immer daran geglaubt, dass sich jedes uns widerfahrende Ereignis am Ende wie zu einem Puzzle zusammenfügt. Es hat mir immer geholfen, anzunehmen, dass es keinen Sinn hat, irgendetwas schlecht zu finden und darüber zu klagen, da sich irgendwann ein positiver Effekt offenbart, den man vielleicht anfangs noch nicht erkennen konnte.
Und dann kam mir der Gedanke, den Glauben an das Schicksal mit der Chaostheorie auseinanderzusetzen.


Die Chaostheorie
Ein Begriff, den man in den meisten Fällen schonmal gehört hat. Doch worum geht es?
Ich würde es so sagen: Alles, das um uns herum existiert, würde ohne eine aufgewendete Energie früher oder später in den Zustand der Unordnung fallen. Oder einfacher: Alles will unordentlich sein.

Ein einfaches und beliebtes Beispiel: Stell dir dein Kinderzimmer vor. Du hältst dich dort einige Zeit auf, vielleicht zum Spielen oder - wenn du in dieser Vorstellung schon älter bist - um Hausaufgaben zu machen. Wenn dein Zimmer beim Betreten einigermaßen aufgeräumt war, ist es logisch, dass du es in Unordnung verlässt. Es sei denn, du hast vorher Zeit und Energie aufgewendet, um wieder Ordnung zu schaffen.

Es ist also ganz einfach: Unordnung ist selten gewollt und meistens das (ungewollte) Nebenerzeugnis einer Handlung. Dagegen schafft man selten ungewollt Ordnung. Ordnung ist etwas, das Lebewesen wie der Mensch schaffen wollen, um sich wohl zu fühlen, während es die Natur der Dinge ist, unordentlich zu sein.

Diese Theorie lässt sich bis in die Tiefen der Materie und in die Weiten des Universums ausdehnen. Sie scheint mir ein Gesetz zu sein, doch ich bin offen für Widerspruch, da dies meine Voraussetzung dafür ist, dass es so etwas wie Schicksal nicht geben kann.

Ist das Schicksal eine Energie?
Wenn alles im Universum den Zustand der Unordnung anstrebt und man Perfektion als Vollkommenheit versteht, lässt sich daraus folgern, dass nichts ohne die Zufuhr von Energie perfekt sein kann. Anders gesagt: Nichts fügt sich perfekt zusammen, wenn keine Energie im Spiel ist.
Da der Sinn des Schicksals nun aber darin bestünde, dass genau dies zutrifft, gibt es nur zwei logische Thesen:

Entweder das Schicksal (oder die göttliche Fügung) ist eine unentdeckte Form der Energie, bzw. wird von einer solchen angetrieben, oder es existiert kein Schicksal.

Man könnte annehmen, dass man nun wieder bei einer Glaubensfrage angelangt ist. Ich denke allerdings, dass man dieses Problem wissenschaftlich lösen kann.

Was ist Energie?
Ich bin kein Physiker und mein Physik-Leistungskurs war der Grund, weshalb ich nicht in die zwölfte Stufe (RLP, vor Einführung G8: 12,5 Schuljahre) versetzt wurde. Doch ich habe in meiner gymnasialen Schullaufbahn gelernt, dass keine Energie erzeugt, sondern lediglich umgewandelt werden kann. Aus Wärme(-energie) wird Strom (elektrische Energie), der wieder zu Wärme wird, die sich sammelt und Temperaturunterschiede in der Atmosphäre schafft, aus denen Hoch- und Tiefdruck entsteht und somit Wind und Wetter schafft und so weiter und so fort.

Welche Energieform lässt sich aber zu Schicksalsenergie konvertieren? Handelt es sich hierbei um eine Energie, die nicht beeinflusst werden kann?

Ist das Schicksal nur das letzte Puzzleteil, das Unordnung in unsere Erkenntnisse über Energie bringt? Ist es das perfekte Stück, das die Chaostheorie aus dem Gleichgewicht bringt? Oder ist sie schlicht und ergreifend ein Irrglaube?

Meine Meinung
Wenn ich zurückblicke auf die vielen Ereignisse, die sich perfekt zusammenzufügen schienen, wird mir klar, dass sie nur diesen Anschein erweckt haben. Den Anschein, als würde alles perfekt passen. Ich halte es für Zufall, also für die Unordnung der Natur, dass diese Geschehnisse nahezu bündig aufeinanderpassten. Ein Chaos, das ab und zu kaum noch erkennbar war, ist und sein wird.

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