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#008 - Opa Sidneys Spartipps [Nr. 2]


»Getting Started I«

geschrieben am 02.05.2017
Um weniger auszugeben musst du natürlich zuerst deine Ausgaben kennen - und zwar nicht nur wieviel, sondern auch wofür. Mein Sparprinzip baut grundlegend auf einem Haushaltsbuch auf, in welchem du für verschiedene Kategorien Budgets festlegst. Schon nach einigen Monaten wirst du auf diese Art ein verlässliches Gefühl für deine Ausgaben entwickelt haben, sodass du die Buchführung danach nicht mehr unbedingt benötigen wirst. Du wirst sicherlich überrascht sein, wieviel finanzielle Freiheit du schon in kurzer Zeit aufbauen kannst.

Budgets ermitteln
»Geld haben« kommt bekanntlich von »Geld halten«.

Der allererste Schritt zum Reichtum besteht darin herauszufinden, was du wirklich zum Leben brauchst. Nimm dir ein wenig Zeit und überlege dir, was für dich von so großer Notwendigkeit ist, dass du dieses Geld von deinen Anlage-Ersparnissen abziehen willst. Selbst, wenn du nur ein Jahr lang monatlich 50€ sparst (insgesamt also 600€), werden daraus bei 7% Verzinsung in zehn Jahren knapp 1.145€ - und ich werde dir noch zeigen, wie du daraus 400.000€ machst.

Zunächst widmen wir uns den Kategorien für die Ausgaben des täglichen Bedarfs. Diese werden später den Leitfaden für die Budgets darstellen und sind daher besonders wichtig. Beachte, dass hierbei keine Fixkosten und Investitionen berücksichtigt werden.

Folgende Kategorien sollen dir einen Anhaltspunkt geben:

- Nahrungsmittel
- Transport
- Kleidung
- Spaß
- Gesundheit
(- Social Budget)

In die Kategorie Nahrungsmittel fallen alle Lebensmittel und Getränke des täglichen Bedarfs. Alkohol gehört nicht dazu.

Der Kategorie Transport widme ich einen eigenen Artikel, was der Tatsache geschuldet ist, dass dieses Thema äußerst kontrovers ist.

Kleidung habe ich persönlich nicht in meinem Portfolio, da ich nur etwa ein bis zwei mal im Jahr shoppen gehe. Für modebewusstere Menschen kann sie ein Muss sein.

Es ist unheimlich wichtig, daran zu denken, dir Geld für Spaß einzuteilen. Ich habe die Kategorie sogar Leben genannt, weil sie so unabkömmlich für den Erfolg einer sparsamen Lebensweise ist. Hierzu zählen Ausgaben für Parties, Kinobesuche und andere Freizeitaktivitäten. Gibst du hierfür gezielt Geld aus, hast du viel mehr Freude an jeder einzelnen dieser Beschäftigungen.

Die Kategorie Gesundheit könnte zum Beispiel Beiträge für ein Fitnessstudio oder Medikamente beinhalten. Bei mir findet sie sich im Punkt Sonstiges wieder, wo sich auch Ausgaben wie Haushaltsmittel (Duschgel, Putzmittel, etc.), Gitarrensaiten und Schreibwaren eingenistet haben. Eben alle selteneren Gebrauchsgüter, die keine eigene Kategorie benötigen.

Zu guter letzt ist auch ein sogenanntes Social Budget empfehlenswert. Wenn man zu sehr auf sein Geld achtet, vergisst man leicht andere Menschen. Willst du in der Bar jemandem ein Getränk ausgeben oder einem talentierten Straßenmusiker eine Spende dalassen, solltest du dir dafür unbedingt ein eigenes Budget einteilen.

Und so könntest du vorgehen:

1. Verrechne deine Fixkosten*, sodass du ein Gesamtlimit erhältst.
2. Setze dir ein Gesamtbudget von beispielsweise 300€ und teile es auf deine Bedürfnisse auf.
3. Passe deine Budgets die ersten zwei bis drei Monate immer wieder an.
4. Sieh das System als Motivation, weniger auszugeben als du theoretisch könntest.
5. Überschreite niemals das Gesamtbudget!

Beispiel: Meine Budgets
Hier ist eine Aufstellung der Monatsbudgets, mit denen ich sehr gut auskomme:

- Nahrung: 90,00€
- Transport: 60,00€
- Leben: 20,00€
- Sonstiges: 10,00€
- Social Budget: 10,00€

Diese Zahlen sind das Ergebnis einer monatelangen Anpassung meiner Budgets. Ich habe anfangs mit mehr angefangen und gemerkt, dass man zum Leben gar nicht so viel Geld braucht. Damals kam ich mit 300€ aus, jetzt sind es weniger als 200€. Ich denke, dass es gut ist, diesen Prozess mitzumachen und sich anfangs ein etwas höheres Budget zu setzen. Doch grundsätzlich ist es so, dass jeder Euro, den man bei Ausgaben des täglichen Bedarfs einspart, in Investitionen besser aufgehoben ist. Langfristig gesehen.

Investitionen
Ich denke, dass viele Menschen bei diesem Wort eher an Aktien denken, als an Musikinstrumente oder einen neuen Schreibtisch. Für die Umsetzung meines Sparsystems solltest du es folgendermaßen auffassen:

Sobald dir eine Anschaffung über ein lange Zeit einen Mehrwert bietet, zählt sie als Investition.

Dieser Mehrwert kann durch eine Wertsteigerung (Aktien und andere Wertanlagen), aber auch durch gesteigerte Effizienz (Werkzeug, PC-Upgrades, Bücher, etc.) gegeben sein. Für mich ist es in Maßen auch die dauerhafte Anhebung des eigenen Lebensstandards (z.B. durch die Anschaffung eines neuen Bettes).

Wichtig ist, dass es sich bei einer Investition immer um eine einmalige Ausgabe handelt, deren Zweck du zu 100% verstehst.

Beispiel:
Luisa hat vier Kinder und einen halbwegs netten Ehemann**, für die sie fast jeden Tag kocht. Ihre Familie hilft ihr viel im Haushalt und so kann sie locker easy eine Dreiviertel-Stelle als Bundeskanzlerin annehmen. Dann explodiert ihr Herd und sie steht vor der Wahl, ob sie ihren Mann in den Keller schickt, um den alten Herd ihrer Eltern wieder nach oben zu stellen, oder ob sie in ein zukunftssicheres Exemplar aus dem nahegelegenen Möbelhaus investiert. Sie fragt Opa Sidney um Rat, welcher in einem handschriftlich verfassten Brief (ungelogen!***) schreibt:

»Liebe Lise, gönn' dir 'nen freshen Herd. Du wirst so viel Zeit sparen, dass du dich fragst, wie du in Zukunft deinem Mann aus dem Weg gehen kannst. Kleiner Tipp: Bei mir steht immer Barcadi bereit.«

Wenn Luisa keine vielbeschäftigte Frau wäre, die zwar alles auf die Kette bekommt, was sie sich vornimmt, sich dabei allerdings selbst oft vernachlässigt, hätte ich ihr empfohlen, den Herd aus dem Keller zu nutzen. Doch der Herd ist für sie der Gerät, wo sie fast jeden Tag im Gebrauch hat und wenn sie hier (etwas mehr) Geld ausgibt, investiert sie einerseits in wertvolle Zeit durch erhöhte Effizienz und wird andererseits auch wieder mehr Freude am Kochen haben. Vielleicht kann sie ihren ältesten Sohn Peter (4 Jahre) sogar mit ihrer Freude anstecken und er wird mittwochs das Kochen für sie übernehmen.

Überlege vor jeder größeren Ausgabe, ob sie dir einen dauerhaften Mehrwert bietet.

Das Haushaltsbuch

…muss kein »Buch« sein. Ich nutze hierfür schon seit Jahren die kostenlose »Mehr vom Geld«-App für Android, wobei es weitaus bessere Alternativen gibt. Schau dich einfach mal danach um und wenn du eine Haushaltsapp gefunden hast, die dir gefällt, kannst du mir gerne davon berichten.

Das sollte die App auf jeden Fall mit sich bringen:

- Anlegen von Kategorien
- Kategorienbezogene Budgets
- Genaue Bezeichnung deiner Ausgaben
- Einfache Bedienung
- Übersichtlichkeit
- Statistiken

Und so nutzt du sie:

1. Lege deine Kategorien an
2. Behalte die Quittungen deiner Ausgaben
3. Ist das nicht möglich, gib deine Ausgaben sofort in die App ein
4. Überlege dir ein Schema zur Benennung der Ausgaben
5. Trage alle Ausgaben regelmäßig ein
6. Erfasse jeden Artikel einzeln
7. Lass’ dich von Statistiken motivieren und analysiere dein Kaufverhalten

Beispiel: Mein Haushaltsbuch

Ich bin kein Mensch, der sich gerne viel Arbeit macht, wenn es nicht notwendig ist. Aus diesem Grund nutze ich die App wirklich nur für Ausgaben. Einnahmen und Investments halte ich derzeit nicht fest. Ich sammle alle Quittungen in meinem Geldbeutel und trage sie z.B. auf Zugfahrten oder während Pausen ein - also dann, wenn ich nichts besseres zu tun habe. Mit der Zeit entwickelt man eine gute Routine und - wie anfangs erwähnt - braucht man die App irgendwann nicht mehr.

Mein Schema für die Benennung der Ausgaben:

Prinzip: [Ort des Kaufs] [Anzahl] [Artikel] [Zusatz]

Beispiel 1: Aldi 2x Apfel (sale)
Erläuterung: Ich habe im Aldi zwei Äpfel gekauft, welche im Angebot waren.

Beispiel 2: KL 4x Zwiebel 345g
Erläuterung: Ich habe im Kaufland 4 lose Zwiebeln gekauft, welche ingesamt 345g wogen. Ich muss nicht genau aufschreiben, welche Art von Zwiebel es war, da ich weiß, dass ich immer rote Zwiebeln kaufe und es davon nur eine Sorte im Kaufland gibt.

Ich bin sehr zufrieden mit diesem Schema, da es mir ermöglicht, die Preise zu vergleichen und gleichzeitig extrem genau und einheitlich ist. Dennoch kann man es effizienter machen indem man zum Beispiel die Einheiten weglässt (KL 4 Zwiebel 345) und den Kaufort nur beim ersten Artikel der Quittung angibt.

Noch einmal alle Gründe, weshalb es so wichtig ist, ein Haushaltsbuch zu führen:

- Einhalten deiner Budgets
- Analyse deines Kaufverhaltens
- Preisvergleich
- Selbstkontrolle
- Motivation zum Sparen
- Präventionsmaßnahme zur Verhinderung von Geiz

Ich bin gespannt auf deine Erfahrungen, Tipps, Kritik und Ideen!

Übrigens: Im nächsten Post gebe ich dir ein paar praktische Tipps für dein Finanzleben. Ein nicht ganz so ausführlicher Beitrag.


*Ausgaben und Einnahmen, die jeden Monat in gleicher Höhe anfallen.
**Zumindest, wenn er nicht zuhause ist. George ist absolut frauenfeindlich und ein Lappen.
***Es ist gelogen.


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